Bericht

(Motorrad , Ausgabe 19/91)
Gestürzt: Rahmen krumm? Unter ungünstigen Umständen konnten das bisher manchmal selbst Sachverständige nicht exakt ermitteln. Eine neue Meßmethode soll Klarheit schaffen. ( Köster - Lehre )
Die Betriebssicherheit eines hochempfindlichen Zweiradfahrzeugs steht und fällt mit der absoluten Maßhaltigkeit des gesamten Fahrwerks. Doch kein Hersteller außer BMW stellte jemals den Werkstätten und Sachverständigenbüros modellspezifische Prüflehren zur Verfügung, mit denen eine eventuelle Beschädigung des Rahmens korrekt festgestellt werden kann.

Dank der Köster-Lehre sind wir heute in der Lage alle Motorradfahrwerke zu vermessen. Was sind das für Geometriedaten, die an einem Motorradrahmen relevant sind?


· Zuerst einmal der Lenkkopfwinkel, also der Winkel, den die Achse des Steuerrohrs zur Senkrechten bildet. Ein veränderter Lenkkopfwinkel beeinflusst den Geradeauslauf und die Handling-Eigenschaften des Motorrads.

· Dann muß die Achse durch den Steuerkopf exakt um 90 Grad verdreht und mittig zur Schwingenachse stehen. Stehen diese beiden Achsen nicht in einem Winkel von 90 Grad zueinander, spricht man von einer Sturzabweichung, das Motorrad führt bei Bodenunebenheiten eine Drehbewegung um die Hochachse aus.

· Steht der Lenkkopf dagegen nicht mittig zur Schwingenlagerung, handelt es sich um einen Längsachsenversatz. Dann läuft das Hinterrad dem Vorderrad nicht mehr genau nach, beim Geradeausfahren muß der Fahrer das durch eine Lenkkorrektur ausgleichen.

Steht die Längsachse nicht im rechten Winkel zur Schwinge so spricht man vom Längsachsenwinkel.
Ab sofort kann auch der Nachlauf geprüft werden. Spez. für Racing Teams geeignet um die kompl. Fahrwerkdaten zu erhalten. (Kawasaki Werksteam besitz die selbe Lehre)



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